Kategorie: … hallo

2021: Für jedes Lebensjahr einen Kilometer.

Hallo, ich bin Petra.

In meinem normalen Leben arbeite ich als freischaffende Kulturmanagerin.
Aktuell habe ich andere Pläne. Im Herbst 2021 möchte ich mit 10 km an einem Marathon auf Lanzarote teilnehmen.

21.04.2011
bekam ich die Diagnose Tumor am Stammhirn mit dem Hinweis, sollte ich die OP überleben, dann werde ich nicht mehr laufen können. Damals – wider jeder Realität und trotz Pflegefall über Wochen, sagte ich meinen Ärzten und Pflegern  immer wieder: „NIEMALS! Ich nehme 2013 am NEW YORKER Marathon auf meinen beiden Beinen teil.“
Was natürlich nicht geklappt hat, mich aber aus dem Pflegebett und später aus dem Rollstuhl geholt hat.

09.04.2018
bekam ich die Diagnose beidseitiger (unterschiedlicher) Brustkrebs. Den Sommer über – während der Chemo gab es nur eins, was mir geholfen hat: raus aus dem Bett, raus an die Luft. Und laufen, laufen, laufen. Im Herbst konnte ich schon wieder im Intervall eine halbe Runde durch den Rheinpark walken und joggen.

26.04.2019
Auf der Rheinkniebrücke mit dem Blick zum Wasser habe ich mich dazu entschlossen, mit 54 Jahren das Joggen professionell anzugehen. Irgendwie wieder das eigene Leben finden.

Setzte mir ein ehrgeiziges Ziel, den New York Marathon. Mit 10 km wollte ich dabei sein.

Ich wollte dieses berauschende und ein klein wenig größenwahnsinnige Gefühl in New York zu sein: in der Stadt meiner beiden Lieblingsautoren Lily Brett und Paul Auster. Die Stadt, in der ich in den 90ern gefühlt 100 Mal war und in der ich die besten Zeiten meines Lebens hatte. Die Stadt von Carry Bradshaw und Mr. Big. Ich wollte mittendrin in der Masse von wartenden Läufern stehen (einfach nur dazu gehören, sich von der aufregenden Stimmung anstecken lassen) und gemeinsam mit ihnen auf den Startschuss warten. Mit diesen Läuferinnen und Läufern über die Brooklyn Brücke laufen und zum Schluss in dieser großartigen Stadt mein Ziel erreichen. Dieses Gefühl hat mich die ganzen letzten Monate durch mein Training und durch meine Ängste und Panikattacken gebracht. Ich raffte mich immer wieder auf und sagte: Du schaffst das! Du fliegst nach New York.

Als ich dann im Dezember 2019 auf Lanzarote war und dort den Weihnachts-Marathon besuchte, mich diese Freude und tolle, ausgelassene und fröhliche Stimmung umschloss, das Meer gleich nebenan und die Sonne auf uns herab strahlte, fragte ich mich: Brauchst Du  NEW YORK wirklich? Das alles, die Vorstellung, wie es in New York sein wird, ist doch nur in Deinem Kopf. Deine Fantasie! Nein, sagte ich mir im Stillen. Eigentlich willst Du das alles gar nicht.

Hier gehöre ich hin. Lanzarote ist ein Teil von mir. Hier werde ich 2021 laufen. Hier auf meiner Lieblings-Insel. Nirgends anders.