By By Happy Pills :-)

Nach meiner zweiten und erfolgreichen Hirn-OP im Oktober 2011 wurde mir beim Entlassungsgespräch in einem Ton aus Strenge und Milde mitgeteilt: Sie müssen mit dem Drehschwindel, mit der ständigen Übelkeit, mit den neuropathischen Schmerzen in der gesamten linken Körperhälfte, mit den Gleichgewichtsstörungen und der Gefühlslosigkeit in den meisten Extremitäten leben lernen. Der letzte Satz beinhaltete: … bis ans Lebensende. Ab sofort sollte ich mit einer prall gefüllten  7-Tage-Tablettenbox, mit einem Pflegedienst und Rollator mein Leben bestreiten und das als Frau, die Spontanität, Unabhängigkeit und Bewegung über alles liebt.

Das war jetzt Realität, diese – meine körperliche Ausgangssituation für das Leben danach. Die Schulmedizin hatte für mich alles getan, was sie konnte. Sie rettete mir mehrfach das Leben. Deren Medikamentenauswahl und angebotenen Hilfsmittel sollten mir mein weiteres Leben etwas erträglicher machen. Ich hatte keinen Plan B!

Zu Hause angekommen, saß ich völlig losgelöst von Raum und Zeit auf meinem Sofa und starrte die gesammelten 100 Benzodiazepine der letzten 6 Monate auf meiner Kommode an. Jede noch so kleine Bewegung löste Drehschwindel aus. Ich weigerte mich eine Behinderte zu sein. Daher blieb ich einfach ganz still sitzen. Wie die drei Affen: bloß nichts hören, nichts sehen, nichts fühlen!

Ich war einfach nicht in der Lage, die Vorschläge meiner Ärzte anzunehmen. Das geschah nicht aus dummer Arroganz der Schulmedizin gegenüber, oder weil ich es besser wusste. Tat ich nicht! Meine panische Angst war der Motor dieser Entscheidung. Ich fühlte, wenn ich mich darauf einlasse, werde ich bis ans Ende meines Lebens in diesem Behinderten-Gefängnis festsitzen. War ich bereit diesen Preis zu zahlen? Mein Verstand und meine Seele wussten sich und mir nicht zu helfen. An einem Tag brach dann alles in sich zusammen. Also stellte ich mich vor die Wahl: 100 oder eine.

„So begann meine 9-jährige Happy Pill Karriere!“

Als Filmheldin eines Hollywoodstreifens konnte ich in den kommenden Jahren nun wirklich nicht punkten. Was folgte waren demütigende, wütende und ohnmächtige Zeiten. Denn ich war in allem, was ich tat, extrem langsam. Der Schwindel wurde zum täglichen Begleiter. Meine Kopf- und Nervenschmerzen brachten mich an die Grenzen. Mehr als die Hälfte meines Körpers war völlig gefühllos. Meine Füße traten ins Leere. Da ich ständig stolperte, hin- und umfiel, zog ich mir täglich unzählige blaue Flecken und Wunden am ganzen Körper zu. In diesem Zustand behinderte ich die Umwelt da draußen auf deren Gehweg, beim Überqueren der Straße oder beim Einkaufen. Für die anderen gab ich das Bild einer Volltrunkenen ab, grün und blau am ganzen Körper, die ausladend hin und her schwankte. Sie waren gnadenlos in ihrem Urteil und beschimpften den Störenfried oft lautstark und beleidigend: Mich! Wenn ich von Ärzten oder Freunden auf meinen selbst gewählten Lebensstil angesprochen wurde und sie meinten, ich sollte doch endlich die nötige Hilfe für mein Leben annehmen, die Behinderung akzeptieren und damit leben lernen, schrie ich sie an:

„Eher springe ich von der Brücke!“

Bis ins Frühjahr 2018 war mein Leben eine Endlosschleife andauernder Katastrophen. War ein Brandherd gelöscht, tat sich mit Sicherheit ein Neuer auf.  Zu der Welt da draußen gehörte ich schon lange nicht mehr. Auch sie verhielten sich mir gegenüber wie die drei Affen: bloß nicht hinhören, nicht hinsehen, nicht fragen, kann ich helfen.

Trotz allem erhöhte ich nie meine Dosis der Benzodiazepine, nahm nur herkömmliche Schmerzmittel, wenn es gar nicht mehr ging. Diesmal war meine Angst nicht der Motor der Entscheidung, sondern das Bremspedal Vernunft. Ich wollte kein unkontrollierter Tabletten-Junkie werden.

Die Diagnose Brustkrebs rettete mir meinen Arsch. Besser kann ich es echt nicht ausdrücken. Vom ersten Verdachtsmoment  am 02. März 2018 bis zur letzten Antikörperspritze am 1. Juli 2019 spürte ich seit über 7 Jahren wieder Lebendigkeit. Aus heiterem Himmel war da wirkliches und echtes Leben! Im Brustzentrum und in der Onkologie begegnete man mir mit Empathie und Menschlichkeit, was mich ständig in Tränen ausbrechen lies. Jetzt, da ich es endlich beenden könnte: Mein Leben! Einfach den Krebs lassen und tschüss! Und dann das! Bis heute mobilisieren sich schöne, helle und lebensfreudige, mir wohlgesonnen Zellen, die wollen das ich lebe. Woher meine Zellen die Kraft und Zuversicht hernehmen: Keine Ahnung aber schön!

Im Naturheilzentrum der Kliniken Esse Mitte lernte ich durch Vorträge, Ernährung, Sport und Yoga, wie ich meinen Körper neben der Schulmedizin wieder auf die Beine helfen kann. Grob umfasst ging es darum, die eigene Gesundheit mit natürlichen Mitteln bestmöglich zu mobilisieren.

So fand ich zum Yoga. Jeder, der mich kennt, weiß, Yoga entspricht absolut nicht meinem Naturell. Und trotzdem! Ich liebe es. Einfach aus der Tatsache heraus, dass mein Körper Yoga annimmt und ihm guttut. Er kann mittlerweile so viele Sachen, die ich überhaupt nicht mehr für möglich gehalten hätte. Z.B. meinen Kopf vorne rüberbeugen. Ich kann mich auch wieder flach auf den Rücken legen und in den Himmel schauen. Vor zwei Jahren: UNMÖGLICH!

Ich möchte aber auch endlich von meiner Tablettenabhängigkeit wegkommen. Traute mich bisher jedoch noch nicht daran. Schon mehrfach  hatte ich von CBD gehört. Meine Yogalehrerin hatte mir davon erzählt, aber auch die Schmerz- und Krebspatient*innen helfen sich damit über die Runden und das nicht mal schlecht.

Laut meiner Informationen sollte CBD nicht nur meine Symptome, wie die Nerven- aber auch normalen Schmerzen lindern, die Ängste flach halten, mir die Spannungen nehmen, sondern zudem die Leistung mein Abwehrsystem steigern. Die Nebenwirkungen bewegen sich in einem überschaubaren Rahmen.

Als ich mich endlich durch die vielen CBD Angebote vom Drogeriemarkt über Venlo und im Netz durchgearbeitet hatte, entschied ich mich für ein Bio zertifiziertes CBD Öl.

Und dann ging ich es an. Radikal, wie so oft in den letzten Jahren. Und absolut nicht nachahmungswert. Es gibt sicherere Wege zum Ziel. Ich hatte kein  Ausschleichen der Tabletten vorgesehen, sondern nahm einen beherzten Kopfsprung ins eiskalte Wasser. Das CBD Öl sollte mir dabei helfen, die Tabletten abzusetzen und die Entzugserscheinungen abzufangen, ohne, dass ich in die nächste Abhängigkeit reinschlitter.

Den körperlichen Entzug habe ich überstanden.  Zu Beginn war das mit dem CBD Öl eine ziemliche Herumprobiererei, bis ich meine Dosis gefunden hatte. Weil ich die fehlende Wirkung der Benzodiazepine ausgleichen wollte, war ich zunächst mit 3 x 3 Tropfen am Tag /Abend zu hoch dosiert. Mittlerweile habe ich meine Dosis gefunden. Aktuell nehme ich ein Mal pro Abend 2-3 Tropfen 12,0 % Öl. Manchmal vergesse ich es auch einfach.

Ich mache mir nichts vor. Jetzt erst fängt der eigentliche Weg aus der Sucht an. Nun gilt es, Strategien und Möglichkeiten finden, wenn Körper, Geist und Seele hochkochen. CBD kann die eigentlichen Problem nicht  lösen, mir nicht meine Flashbacks oder Panikattacken nehmen. Die innerliche Unruhe, meine Ängste und Tiefs werden ein Teil von mir bleiben. Die Seite der Medaille gehört genauso zu mir, wie meine Kraft, mein Humor und Zuversicht. CBD hilft mir jedoch dabei, dass sich meine Psyche und mein Körper besser entspannen können, was wiederum meine Schmerzen lindert und die Panik sich nicht ganz so breitmachen kann.

Der Anfang ist gemacht. Auf zu neuen Ufern.

Informationen

https://cbd-manufaktur.eu