#Brustkrebs / Prinzessin uffm Bersch

© Malte Joost

Was tun, wenn die Diagnose Krebs ausgesprochen wurde – Krebs eine eigene Realität ist? Wir gehen zur Vorsorge, sind nervös, denken aber irgendwie: Der Kelch geht diesmal an uns vorüber. Gehen erleichtert nach Hause, wenn der Arzt sagt, bei Ihnen ist alles okay. Und dann BAHHMMM, steht ein Verdacht im Raum, der sich nach einem Untersuchungsmarathon bestätigt. KREBS! ICH! EINE TATSACHE!

Man steckt in einer Blase aus Angst, Ohnmacht und Verzweiflung und trotzdem müssen sehr schnell zukunftsweisende sachliche Entscheidungen getroffen werden. Also was tun und wohin mit sich und der maßlosen Überforderung?

Ich war von dem Tag, als ein Verdacht im Raum stand bis zum Ende der Therapie nach einem Jahr komplett überfordert und bin es oftmals heute noch. Was ist, wenn … Was mache ich, wenn… Wie lange noch, wenn… Wie auf das WENN, eine Antwort finden?

Als ich nach meiner OP und kurz vor meiner Chemo vor dem Untersuchungsraum des Krankenhauses wartete, saß mir gegenüber eine wunderschöne sehr junge Patientin mit Glatze ohne Tuch oder Perücke. Die Chemo hatte sie hinter sich und die OP noch vor sich. Sie saß dort mit geradem Rücken und strahlte eine buddhistische Würde aus, die mich sofort in ihrem Bann zog. Durch sie beschloss ich: Vielleicht nimmt der Krebs mir alles, sogar mein Leben, aber meine Würde bekommt er nicht. Dieser Augenblick mit dieser besonderen für mich völlig fremden Frau gab mir durch die gesamten Chemo unglaublich viel Kraft.

Aus diesem Grunde, weil wir an manchen Kreuzungen unserer Erkrankung vielleicht Vorbilder und Wegbegleiter brauchen, die uns Mut und Kraft mit auf dem Weg geben, finde ich Menschen wie Nicole so wichtig. Sie geht mit dem Thema Krebs an die Öffentlichkeit, da es ihr ein persönliches Anliegen ist, „den Tabuthemen Krebs und Behinderung mehr Akzeptanz in unserer Gesellschaft zukommen zu lassen.“

Ich möchte zeigen, dass das Leben mit einem behinderten Kind und nach Krebs, schön und wertvoll sein kann – auch für dich! Wenn du von Krebs betroffen sein solltest: ,,Hab Mut bei allem was du für dich angehen musst und wage es zu träumen und Wünsche zu äußern! Wenn dir deine alten Wege zu beschwerlich wurden – such dir neue. Meistens liegen sie bereits ungeahnt in dir. Da glaube ich ganz fest dran! Such dir gleichgesinnte Frauen mit denen du dich austauschen möchtest. Lerne den Krebs in dir zu verstehen. Bedenke bei allem – es geht alleine um dich und dein Leben!“

Nicole ist eine Privatperson, die keinerlei Nutzen aus ihrem Tun zieht. Auf ihren Blog teilt sie offen, jedoch ohne Schockfotos oder in irgendeiner Art übergriffig zu sein, mit uns ihre Geschichte. Zudem teilt sie mit uns ihren großen Erfahrungsschatz über das Thema Brustkrebs, den sie sich über viele Jahre erarbeitet hat. Daraus resultieren viele nützliche Tipps unter der Rubrik Erste Hilfe. Genauso wie mein Arzt, vertritt Nicole die Meinung, dass nur eine aufgeklärte und mündige Patientin, eine für sich richtige Entscheidung treffen kann, so schwer sie auch sein mag. 

Und ja, wir schaffen es nicht alle! Das ist was wir spüren, gerade an Tagen, an denen die Verzweiflung und die Ohnmacht die Macht übernehmen: Es ist vielleicht nicht zu schaffen. Nichts in unserem Leben ist sicherer als der Tod! Und das macht allen Menschen Angst. Wohin also mit uns, die es erwischt hat? Wohin mit unserer Geschichte, mit den vielen Fragen, Ängsten und Konsequenzen, die man durch die Diagnose zu tragen hat?

Nicole gibt auch anderen Frauen und Männern Raum, die ihre Geschichte auf ihren Blog erzählen dürfen. So fühlt man sich auf der einen Seite nicht so alleine mit der Diagnose und auf der anderen Seite muss das auch einfach mal raus, man möchte zeigen: Ich bin noch da! Ich bin ganz hier bei mir.

Ich bin nicht nur von Nicols Biografie und ihrem Leben beeindruckt, sondern auch von ihrer Lebenserfahrung, sowie von ihrer Unermüdlichkeit in der Auseinandersetzung mit dem Thema. Der Blog von Nicole ist sehr umfangreich. Jeder kann und darf für sich entscheiden, was nützlich für ihn ist. Ich jedenfalls danke Nicole für ihre Arbeit und freue mich, dass ich sie kennengelernt habe. 

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